Schlitzer Peaty – deutscher Single Malt Whisky aus Hessen
Allgemein
Unser heutiger Whisky kommt aus dem Vogelsbergkreis in Hessen, und zwar aus der kleinen Stadt Schlitz: Schlitzer Peaty.
Die Brennerei Schlitzer
Die Schlitzer Destillerie zählt zu den ältesten Brennereien Deutschlands und blickt auf über 250 Jahre Brenntradition zurück. Ursprünglich für Korn und Liköre bekannt, widmet sich die Brennerei seit einigen Jahren verstärkt dem Whisky – mit regionalem Getreide, eigenem Wasser und viel Handarbeit. Besonders spannend: Man arbeitet konsequent ohne Farbstoff und Kühlfiltrierung, wodurch die Whiskys ihren authentischen Charakter behalten. Der „Peaty“ steht exemplarisch für diesen Ansatz – bodenständig, ehrlich und handwerklich produziert.
Rauchiger Whisky ohne Torffeuer
Wie der Beiname dieses Whiskys verrät, ist hier ein gewisser Anteil an Rauch vorhanden. Doch das rauchige Aroma entsteht nicht bei der Produktion – das Malz wird also nicht unter Torfrauch getrocknet. Zunächst reifte dieser Whisky drei Jahre lang in American Standard Barrels mit Jack-Daniel’s-Vorbelegung. Danach wurde er in schottischen Fässern von Islay ausgebaut (mutmaßlich Laphroaig). Ähnlich wurde auch beim Penderyn Peated die Rauchnote über das Fass vermittelt.
Besonderheit: ohne Farbstoff & ohne Kühlfiltrierung
Inzwischen haben wir schon einige deutsche Whiskys probiert – fast alle gemeinsam: nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert. So geht es auch mit dem Schlitzer Peaty weiter. Abgefüllt wurde dieser Single Malt mit kräftigen 49 % Vol.
Heute mal wieder ein echter Klassiker im Glas: der Oban 14 Jahre. Als Teil der „Classic Malts of Scotland“ steht er seit Jahren für einen attraktiven Mittelweg zwischen Küstennähe und Highland-Charakter. Das Profil: fruchtbetonte Nase, trockene Eichenstruktur, zarte Gewürze und eine maritime Andeutung – ohne in torfige Sphären abzudriften.
Der Ort Oban liegt direkt am Meer in den westlichen Highlands. Diese Lage prägt die Wahrnehmung des Whiskys: Während keine Salze im Destillat landen, verbinden viele Genießer die frische, leicht salzige Brise der Bucht mit dem Aromabild des Oban 14. Unterm Strich wirkt er wie ein „Gateway-Highlander“ – komplex genug für Kenner, zugänglich genug für Einsteiger.
Ein Küstenwhisky
Die Brennerei steht unmittelbar an der Küste. Maritime Eindrücke – Seeluft, feuchte Holzstege, eine Prise Salz – prägen deshalb oft die Assoziationen. Ob diese Noten „real“ im Destillat sind oder aus der Umgebung stammen, ist zweitrangig: Im Glas ergibt sich ein stimmiges, frisches Gesamtbild, das viele als küstentypisch beschreiben.
Salziges Aroma?
Salz wird beim Whisky nicht zugesetzt, Mineralien bleiben in der Destillation zurück. Dennoch kann der Eindruck von Salz entstehen – etwa über Fasseinflüsse, Luftfeuchtigkeit in Meeresnähe oder schlicht über sensorische Verknüpfungen. Wichtig ist: Die maritime Komponente ist beim Oban 14 präsent, aber dezent und elegant eingebunden.
Das Oban Sortiment
Der Oban 14 Jahre ist das Aushängeschild mit Altersangabe. Daneben gibt es nur wenige Alternativen: die Distillers Edition sowie NAS-Abfüllungen wie den Oban Little Bay. Seltene Jahrgangs- oder ältere Abfüllungen tauchen vereinzelt auf, sind aber kaum verfügbar.
Fakten zum Oban 14 Jahre
Region: Westliche Highlands (Küstenlage)
Reifung: Bourbon Barrels & Sherryfässer
Gerste: leicht getorft (einstelliger PPM-Bereich)
Abfüllstärke: 43 % Vol.
Mit Farbstoff, kühlfiltriert
Leicht getorfte Gerste (einstelliger PPM-Bereich) liefert eine ganz zarte, würzige Rauchspur. Gereift wird in Bourbon Barrels und Sherryfässern – ohne exakte Anteile. Erfahrungsgemäß dominiert die Bourbonseite, während Sherry die Frucht und Würze abrundet. Abgefüllt wird mit 43 % Vol., unter Einsatz von Farbstoff und Kühlfiltrierung.
Oban 14 Jahre Highland Single Malt Scotch Whisky
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Optik
Im Glas zeigt sich ein sattes Strohgold bis Ocker, klar und brillant. Die Beine laufen zunächst fein an und ziehen dann gleichmäßige, etwas breitere Schlieren – ein Hinweis auf die 43 % Vol. und eine solide Textur. Durch den deklarieren Farbstoff lässt sich die Farbe sensorisch nicht herleiten; visuell wirkt sie aber stimmig zum Stil: warm, einladend und „seetauglich“.
Die Flaschenausstattung wirkt klassisch und wertig: kartographische Elemente, dezente Typografie, maritimes Flair. Insgesamt vermittelt der Auftritt das Gefühl, einen historisch verwurzelten Highland-Küstenwhisky im Glas zu haben – nüchtern, aber charaktervoll.
Nosing
Ein eingängiger, aber vielschichtiger Start: süße Orange mit Schale, gelber Apfel, etwas Birne. Dahinter Vanille, Honig und eine feine, trockene Eichenwürze. Die Küste meldet sich als zarter Meereswind – eher salzige Luft und Algenassoziation als tatsächlicher Salzgehalt. Mit Luft zeigen sich Kokosfäden und mildes Karamell; die Rauchspur bleibt, wenn überhaupt, würzig-angedeutet.
Geschmack
Kräftiger als erwartet im Antritt, dann cremig und fruchtig: Orange (süß bis leicht bitter), Apfel, etwas Nuss. Im Mittelteil wird es würziger – Eiche, feine Tannine, ein Hauch Zartbitter. Sherry setzt Akzente (Nussigkeit, getrocknete Schale), die Bourbonseite steuert Vanille und Karamell bei. Kein wahrnehmbarer Torfrauch, eher eine würzige Tiefe, die an getoastetes Holz erinnert.
Nachklang
Mittel bis mittellang mit maritimer Andeutung. Zunächst bleibt die süße Zitrusfrucht (Orange, Grapefruitzeste), dann trocknet die Eiche leicht an und es blitzen Nuss und Kakao auf. Die Bitterkeit bleibt moderat und sauber eingebunden – mehr Orangenschale als harte Bitternote. Spät eine dezente Brise Seeluft und ein Hauch Malz, was den Küstencharakter elegant ausklingen lässt.
Oban 14 Jahre Highland Single Malt Scotch Whisky
Kommentar
Oban 14 ist die verlässliche Definition eines Küsten-Highlanders: fruchtig, balanciert, mit seriöser Eichenführung und maritimer Nuance. Er drängt sich nicht auf, besitzt aber genug Tiefe, um auch nach mehreren Gläsern interessant zu bleiben. Die leichte Grapefruit-Bittere gehört zum Profil und sorgt für Kontrast zur Süße. Unterm Strich ein sehr empfehlenswerter, charaktervoller Klassiker – zeitlos, ohne Effekthascherei.
Stonewood Smokey Monk 3 Jahre German Single Malt Whisky
Allgemein
Der Stonewood Smokey Monk 3 Jahre stammt aus der Oberpfalz (Brennerei Schraml im Steinwald) und präsentiert die rauchige Facette der Marke. Reife in frischer amerikanischer Weißeiche (Virgin Oak) trifft auf moderate Rauchakzente – jung, direkt und mit unverblümter Fassspur.
Die rauchige Edition
Der Smokey Monk gehört zur Kernlinie von Stonewood und wird als rauchige Variante geführt. Der Stil zielt weniger auf Tiefe als auf eine kantige, ehrliche Darbietung: Fasswürze aus neuer Eiche, helle Süße und eine trockene Rauchnote, die den Charakter akzentuiert statt dominiert.
Fakten zum Stonewood Smokey Monk 3 Jahre
Herkunft: Deutschland (Bayern, Steinwald)
Sorte: Single Malt Whisky
Alter: 3 Jahre
Stärke: 40 % Vol.
Fasstyp: Virgin Oak (amerikanische Weißeiche)
Farbstoff: keiner • Kühlfiltrierung: keine
Phenolgehalt (ppm): keine verlässliche Angabe
Das Batch unseres Samples wurde 2018 destilliert und 2021 abgefüllt. Der Rauchgehalt des verwendeten Malzes ist nicht ausgewiesen; die Abfüllung erfolgt typisch deutsch ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration, ausschließlich aus frischer Eiche (keine Vorbelegung).
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Stonewood Dra 5 Jahre 2014 Bavarian Single Malt German Whisky
Allgemein
Stonewood Dra 5 Jahre (Destillationsjahr 2014) ist ein bayerischer Single Malt aus der Brennerei Schraml im Steinwald. Das Profil setzt klar auf Virgin Oak: viel Vanille und Karamell, helle Früchte und eine cremige Süße, getragen von 43 % Vol. – ohne Farbstoff und nicht kühlfiltriert.
Die Steinwald-Brennerei
Unter dem Markennamen Stonewood – The Bavarian Whisky verbindet Schraml traditionelle Brennkunst mit moderner Fassarbeit. Der Dra steht dabei für den Single-Malt-Zweig: geradlinig, sauber destilliert und in frischer amerikanischer Weißeiche gereift, wodurch sich eine bourbonnahe Süße mit typisch malziger Wärme ergibt.
Fakten zum Stonewood Dra 5 Jahre 2014
Herkunft: Deutschland (Bayern, Steinwald)
Sorte: Single Malt Whisky
Alter: 5 Jahre
Stärke: 43 % Vol.
Fasstyp: Virgin American Oak (stark getoastet)
Färbung/Kühlfiltration: keine/keine
In der Flasche stecken fünf Jahre Reifung in stark getoasteten Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Diese Abfüllung (2014 destilliert, 2019 abgefüllt) kommt ohne Torfrauch aus; der Fokus liegt auf süßer Vanille, hellem Obst und dezenter Eichenwürze.
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St. Kilian Bud Spencer The Legend German Single Malt Whisky
Allgemein
Zu Buddys Ehren brachte die deutsche Brennerei St. Kilian diese Abfüllung heraus: Bud Spencer The Legend. Der Name weckt Erwartungen – am Ende zählt die Performance im Glas.
Was ist das für ein Whisky?
Single Malt ohne Altersangabe, abgefüllt im Jahr 2020 (Batch 1). Er kommt mit 46 Vol.-% in die Flasche, verzichtet auf Farbstoff und Kühlfiltration und wurde aus vollständig ungetorftem Malz (0 ppm) produziert – auch keine vormals rauchigen Fässer im Einsatz. Auf dem Papier klingt das nach klarer, unverfälschter Stilistik: die Zutatenliste ist schlank, die Trinkstärke bewusst gewählt, damit Aromen nicht im Wasser untergehen. Genau diese Reduktion legt aber jede Unausgewogenheit offen: was an Reife fehlt, kann hier nicht von hoher Fassstärke oder intensiver Fasspolitik kaschiert werden.
Die Zusammenstellung der Fässer
Die Komposition setzt zu 15 % auf Ex-Amarone-Fässer (500 l, 310 l, 225 l) und zu 85 % auf Ex-Bourbon-Holz – darunter Quarter Casks mit Garrison-Brothers-Historie sowie ASBs, die zuvor Jack Daniel’s trugen. Theoretisch treffen damit weinbetonte rote Frucht, leichte Tannine und malzige Süße auf die vanillige, kokosnussige Helligkeit amerikanischer Eiche. Praktisch wirkt der Amarone-Einfluss zwar präsent, bleibt aber eher an der Oberfläche; die Bourbon-Fraktion bringt Struktur, steuert jedoch auch kantige, grün-herbe Holztöne bei. Statt Tiefenstaffelung entsteht eine Aneinanderreihung aus Frucht, Malz und Eiche, die nicht wirklich miteinander verschmilzt.
Fakten zum Whisky
Brennerei: St. Kilian (Deutschland, Franken)
Abfüllung: Bud Spencer The Legend (Batch 1, 2020)
Sorte: Single Malt, NAS
Alkoholgehalt: 46 % Vol.
Rauch: nein (0 ppm)
Fassreifung: 15 % Ex-Amarone (500/310/225 l), 85 % Ex-Bourbon (Quarter Casks, teils Garrison Brothers; ASBs mit Jack Daniel’s)