Willett Pot Still Reserve

Willett Pot Still Reserve Kentucky Straight Bourbon

Ein etwas anderer Bourbon: Willett Pot Still Reserve

Allgemein

Heute darf es wieder ein Bourbon sein – und was für einer. Beim Willett Pot Still Reserve fällt zuerst die Flasche auf: ein dekorativer „Dekan­ter“ in Brennblasen-Form. Dahinter steckt aber mehr als Marketing: ein würzig gebauter Straight Bourbon mit 47 % vol, deutlich weniger klebstoffig-süß als viele Mainstream-Abfüllungen und mit eigenständigem Biss.

Willett – die früheren Jahre

Die ursprüngliche Willett-Destillerie startete 1936, musste in der Bourbon-Krise der 80er schließen und lebte als Kentucky Bourbon Distillers weiter: Whiskey aus Beständen wurde abgefüllt, später produzierte Heaven Hill für Willett – gereift wurde im eigenen Lager, verkauft unter eigenem Namen.

Die neue Willett-Brennerei

Seit 2012 destilliert Willett wieder am historischen Standort – modernisiert, mit Column Still und Pot Still. Die Pot Still ist hier also real vorhanden, dennoch wird der Bourbon zunächst auf der Column gebrannt und in einer zweiten Stufe auf der Pot Still veredelt.

Willett Pot Still Reserve

Die ikonische Flasche gab es schon vor 2016 – damit stammen frühe Batches nicht aus der neuen Willett-Produktion, sondern von Heaven Hill. Der Whisky ist ein Kentucky Straight Bourbon: mindestens vier Jahre alt (keine Altersangabe auf dem Label), 47 % vol, Mashbill mit spürbar hohem Roggen- und Gerstenanteil – das verspricht Würze und Grip.

Fakten zum Whisky

  • Distillery / Marke: Willett
  • Region: Kentucky, USA
  • Alter: NAS (mind. 4) Jahre
  • Alkoholgehalt: 47 % vol
  • Fass / Finish: Neue, ausgekohlte amerikanische Weißeiche (Vollreifung)
  • Abfüllung / Batch: Pot Still Reserve (laufende Batches)
  • Preisbereich: —
  • Besonderheiten: Natürliche Farbe / (vermutlich) kühlfiltriert
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Optik

Mahagonifarbener Bourbon im kunstvollen Pot-Still-Dekanter. Beim Ausgießen gluckert’s – charmantes Detail. Im Glas zeigt er satte, langsame Legs; das deutet auf ein volleres Mundgefühl hin. Natürlich ohne Farbstoff, die Farbe kommt vom frischen Eichenholz.

Nosing

Sauber und „glue-free“: Vanilleschote statt Lösungsmittel, Marzipan (Süße + Mandeln), viel Zimt, dahinter reife Aprikose. Für 47 % erstaunlich mild in der Nase, die Eiche hält sich zunächst zurück und lässt den Gewürz-/Nusscharakter glänzen.

Geschmack

Startet süß mit Aprikosenkompott, dann zieht die Würze kräftig an: Zimt, Nelke, deutliche Zedernholz-Noten. Breit, warm, fast feurig, ohne bitter zu werden – der Speichelfluss nimmt die Schärfe und macht den Weg frei für trockene, würzige Eiche. Struktur statt Zuckerschock.

Nachklang

Lang und mit Nachtritt: süß-würzig, trocknend, erneut Mandeln, etwas Pflaume, ein Hauch „Hustensaft“-Assoziation aus der Kräuterecke. Die Holzwürze hält das Finale zusammen.

Kommentar

Ein eigenständiger Bourbon, der mit Würze und Struktur punktet und die Süße im Zaum hält – und ja, die Flasche ist ein Hingucker. Wer Vanillebomben erwartet, bekommt hier stattdessen einen charakterstarken Dram mit ordentlich Punch und trotzdem gutem Trinkfluss.

Eigenschaft Wert
Herkunft USA Kentucky
Sorte Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Alter NAS
Volumenprozente
47 %
Abfüller Original
Fasstyp Neue, ausgekohlte amerikanische Weißeiche (Vollreifung)
Whiskybase ID 153540
ohne Farbstoff
ohne Kühlfiltrierung
Frucht
Süße
Würze
Sherry / Wein
Rauch
Intensität
Komplexität
Fazit
Punkte
86 / 100
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Tomatin 12 Jahre

Tomatin 12 Jahre Single Malt Scotch Whisky

Tomatin 12 Jahre Single Malt Scotch Whisky

Allgemein

Tomatin 12 Jahre ist der Herzschlag der Brennerei: ein „easy drinking“ Highlander mit 43 % vol, der Apfel, Malz und sanfte Sherrynoten zusammenführt – massenkompatibel, aber sauber gearbeitet.

Neue Aufmachung – neuer Whisky?

Seit 2016 läuft der Zwölfjährige im frischen Design und – wichtig – mit angehobener Stärke von 40 auf 43 % vol. Das tut ihm gut: mehr Grip, mehr Präsenz, ohne die smoothe Art zu verlieren.

Was der 12er sein will – und was nicht

Tomatin positioniert den 12-Jährigen als „easy drinking“ Highlander: 43 % vol, Vermählung aus Ex-Bourbon, Oloroso und Refill. Das setzt die Erwartung an einen zugänglichen, fruchtig-malzigen Allrounder ohne große Ecken – eher solide Hausmannskost als großer Auftritt. Genau mit diesem Blick gehen wir ins Tasting.

Fakten zum Whisky

  • Distillery / Marke: Tomatin
  • Region: Highlands
  • Alter: 12 Jahre
  • Alkoholgehalt: 43 % vol
  • Fass / Finish: Ex-Bourbon, Oloroso Sherry & Refill (Vermählung)
  • Abfüllung / Batch: Core Range
  • Preisbereich: ca. 35–45 € (0,7 l)
  • Besonderheiten: Mit Farbstoff / Kühlfiltriert

Vermählung aus Ex-Bourbon, Oloroso-Sherry und Refill-Fässern. Offiziell als klassischer Highland Malt positioniert, in der Praxis vor allem fruchtig-malzig mit dezenter Sherry-Nuss und moderater Eiche. Hinweis auf Farbstoff ist vorhanden; Kühlfiltration ist bei der Kernrange üblich.

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Optik

Helles Gold mit sauberem Glanz; gefärbt, daher keine Aussage zur „echten“ Fassfarbe. Schlanke, gleichmäßige Legs – wirkt eher leicht bis mittel. Optisch ordentlich, aber nichts, was die Pulsfrequenz erhöht.

Nosing

Frontload Apfel – saftig, fast Most. Dazu Malz, Birne und ein Löffel Karamell. Leichte Sherry-Nuss im Hintergrund, etwas Vanillepudding. Unkompliziert und sauber, aber recht linear; die Nase lebt mehr von Intensität als von Tiefe.

Geschmack

Cremiger Antritt, wieder viel Apfel. Die Eiche sortiert, bleibt mild; eine Spur Nelke und ein Hauch Pfeffer setzen Akzente. 43 % bringen gerade genug Spannung, um nicht wässrig zu wirken. Insgesamt gefällig, wenig Wandel – wer Dram-Dynamik sucht, wird hier nicht fündig.

Nachklang

Kurz bis mittel: nussige Sherryanklänge, leichte Süße, dann trocknet die Zunge etwas ab. Der Apfel hallt kurz nach, die Würze verpufft schnell. Kein Patzer, aber auch kein Finale, das lange beschäftigt.

Kommentar

Als unaufgeregter Feierabend-Malt funktioniert der 12er: süffig, fruchtig, pflegeleicht. Dafür zahlt man mit begrenzter Komplexität und wenig Entwicklung im Glas. Wer Charakter sucht, greift höher im Line-up – wer „einschenken und gut“ will, ist hier richtig.

Eigenschaft Wert
Herkunft Schottland Highlands
Sorte Single Malt Scotch Whisky
Alter 12 Jahre
Volumenprozente
43 %
Abfüller Original
Fasstyp Ex-Bourbon, Oloroso Sherry & Refill
Whiskybase ID 183532
ohne Farbstoff
ohne Kühlfiltrierung
Frucht
Süße
Würze
Sherry / Wein
Rauch
Intensität
Komplexität
Fazit
Punkte
80 / 100
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Laphroaig Triple Wood

Laphroaig Triple Wood Single Malt Scotch Whisky

Whisky and Fire

Allgemein

Intensiver Islay-Rauch trifft auf Süße und Würze: Der Laphroaig Triple Wood setzt auf drei Fasswelten bei kräftigen 48 % vol – ohne Altersangabe, nicht kühlfiltriert, aber mit Farbstoff. Ziel: den typischen Laphroaig-Charakter runder und vielschichtiger zu präsentieren.

Dreifach gereift – was steckt dahinter?

Die Reifung kombiniert Ex-Bourbonfässer, Oloroso-Sherryfässer und Quarter Casks. Letztere liefern durch die kleinere Fassgröße besonders viel Holz- und Vanilleeinfluss, während Oloroso nussige, trockene Sherry-Noten beisteuert. Bourbon bildet das Fundament aus Vanille und Karamell – die Klammer bleibt der Laphroaig-Rauch.

Verfügbarkeit & Einordnung

Die Abfüllung wurde 2021 eingestellt und taucht seither vor allem am Sekundärmarkt auf. Stilistisch positioniert sich der Triple Wood als intensiver Islay-Dram, der den Rauch mit Süße abfedert und eine Prise Sherry-Tiefe mitbringt – kein Leisetreter, aber runder als manch anderer Laphroaig.

Fakten zum Whisky

  • Distillery / Marke: Laphroaig
  • Region: Islay
  • Alter: NAS Jahre
  • Alkoholgehalt: 48 % vol
  • Fass / Finish: Ex-Bourbon, Oloroso-Sherry & Quarter Casks (Dreifachreifung)
  • Abfüllung / Batch: Regular Release, eingestellt 2021
  • Preisbereich: ehemals ca. 60–80 €; heute Sekundärmarkt
  • Besonderheiten: Nicht kühlfiltriert / Mit Farbstoff

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Optik

Warm glänzendes Kupfergold im Glas; Hinweis auf Farbstoff, daher keine Farbspekulation. Dichte, träge Legs – das wirkt ölig und substanzreich. Die grüne „Apotheker“-Flasche bleibt Markenzeichen; passend zum medizinisch-phenolischen Profil von Laphroaig.

Nosing

Wir gehen mit der Nase vorsichtig ran. Ja, es ist deutlich Rauch vorhanden, aber ganz zu Beginn bekommen wir ein süßes Aroma in die Nase, welches an Bourbon-Vanille Eis erinnert. Ok, der Rauch lässt weitere Aromen durch, ist aber sehr präsent. Mit geräuchertem Schinken und einer phenolischen Note macht der Rauch auf sich aufmerksam.

Moment mal! Es handelt sich um einen Laphroaig, da muss doch gleich volle Kanne der Rauch in die Nase steigen! Also Stop einlegen. Wir benötigen einen zweiten Anlauf. Wir lassen das Glas stehen, machen kurz etwas anderes und sind gleich wieder da.

So, da sind wir wieder. Ah ja, jetzt kommt zu allererst ein kräftiges Raucharoma entgegen. Die Rauchbeschreibung von vorhin passt. Der Anteil ist aber geringer als beim Laphroaig Quarter Cask und Laphroaig 10 Jahre.

Ein Hauch trockener Sherry steigt auf. Die Süße ist eher leicht und liegt nicht schwer in der Nase. Nach dem ersten Schlückchen kam wieder die Bourbon-Vanille. Wir kommen nun an die hellen Früchte dran. Diese strecken aber nur mal kurz den Kopf raus. Augen zu und weiter suchen.. ja, da kommt ein maritimer Touch.

Geschmack

Auch im Mund schlägt sich der Rauch nieder und erinnert sogar an Asche. Jawoll, da ist er! Der Rauch knüppelt alles gnadenlos nieder mit voller Intensität.

Langsam wird der Geschmack des Laphroaig Triple Wood ein wenig süßer, irgendwann sogar an Zucker erinnernd. Töne von Sherry kommen durch. Nehmen wir einen kräftigeren Schluck, merken wir sofort Power auf der Zunge. Es ist schön, dass auch fruchtige Noten herauszuschmecken sind. Die Hauptkomponenten bleiben jedoch Rauch und Süße (Vanille und Zucker).

Nachklang

Dieser Whisky ist so intensiv, dass ein einziger Dram bereits für einen ganzen Abend ausreichen kann. Er ist wie eine Reise auf einer Achterbahnfahrt. Aufgrund unserer bisherigen Erfahrung mit Laphroaig Whiskys, haben wir die Messlatte ziemlich hoch gesetzt. Und tatsächlich konnte und dieser Whisky voll überzeugen.

Ein Islay-Klotz mit Politur: kräftig, voluminös, aber runder verpackt. Wer maximale Rauchkante sucht, kann gerne zum 10er oder Quarter Cask greifen; wer die Laphroaig-Signatur mit Vanille- und Sherry-Puffer mag, ist hier gut aufgehoben. Preis/Leistung hängt heute stark von der Verfügbarkeit ab!

Kommentar

Ein Islay-Klotz mit Politur: kräftig, voluminös, aber runder verpackt. Wer maximale Rauchkante sucht, greift zum 10er oder Quarter Cask; wer die Laphroaig-Signatur mit Vanille- und Sherry-Puffer mag, ist hier gut aufgehoben. Preis/Leistung hängt heute stark von der Verfügbarkeit ab.

Eigenschaft Wert
Herkunft Schottland Islay
Sorte Single Malt Scotch Whisky
Alter NAS Jahre
Volumenprozente
48 %
Abfüller Original
Fasstyp Ex-Bourbon, Oloroso-Sherry & Quarter Casks
Whiskybase ID 130138
ohne Farbstoff
ohne Kühlfiltrierung
Frucht
Süße
Würze
Sherry / Wein
Rauch
Intensität
Komplexität
Fazit
Punkte
89 / 100

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Balcones Pot Still Bourbon

Balcones Pot Still Bourbon

Es ist definitiv Whisky o’clock – Balcones Pot Still Bourbon

Allgemein

Heute gibt es wieder einen Whisky ohne „e“. Warum ist das erwähnenswert? Weil der Whisky ein Bourbon aus den USA ist.

Außergewöhnliche Whiskys

Die texanische Brennerei ist für ihre außergewöhnlichen Whiskys bekannt, wie z. B. für den Balcones Single Malt. Dieser hatte uns ausgesprochen gut gefallen. Wir schrauben aber sicherheitshalber unsere Erwartungen zurück.

Was ist an dem heutigen Bourbon außergewöhnlich? Zum einen handelt es sich um einen Whisky aus Texas und nicht – wie sonst – aus Kentucky. Zum anderen wurde dieser Tropfen in schottischen Pot Stills gebrannt.

Pot-Still-Whisky aus den USA

In den USA kommen normalerweise Column Stills zum Einsatz. Im Gegensatz zum Pot-Still-Verfahren (welches bei schottischen und irischen Single Malts vorgeschrieben ist) spart dieses Verfahren Zeit und Kosten.

Da der heutige Bourbon in Pot Stills destilliert wurde, dürfte er nicht wie ein „gewöhnlicher“ Bourbon schmecken.

Abgefüllt mit 46 Volumenprozenten – natürlich ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration! Auf geht’s zur Verkostung des texanischen Straight Bourbon.

Fakten zum Whisky

  • Distillery / Marke: Balcones
  • Region: Texas, USA
  • Alter: NAS Jahre
  • Alkoholgehalt: 46 % vol
  • Fass / Finish: Neue, ausgebrannte Eichenfässer (Vollreifung, Bourbon)
  • Abfüllung / Batch: Standardabfüllung
  • Preisbereich: –
  • Besonderheiten: Non-chill filtered / Natural Colour
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Optik

Die natürliche Farbe geht in Richtung Kirschholz bis Mahagoni – dicht, satt und ohne künstliche Tönung. Im Glas legt sich ein feiner, öliger Film an die Wand, der sich erst sammelt und dann in langsamen, breiten Schlieren abläuft. Das wirkt reifer, als es das (vermutlich junge) Alter vermuten lässt. Die Viskosität ist mittelkräftig; die “Beine” brauchen einen Moment, bevor sie loslaufen, was auf eine gute Fassarbeit und dichte Textur hindeutet. Insgesamt ein sauberes, appetitliches Glasbild ohne Trübungen.

Bourbon aus dem Pot Still
Bourbon aus dem Pot Still

Nosing

Ok, das ist nicht der typische Duft eines Bourbons. Vanille ist zwar deutlich, aber auch Früchte sind im Vordergrund: gelbe Bananen und reife Birnen.

Die Süße wird mit Milchschokolade ergänzt. Inzwischen riechen wir einen gewissen Bourbon-Charakter heraus, aber der Whisky bleibt Bourbon-untypisch.

Ein bisschen süßes Popcorn kommt hinzu, ebenso süße, dunkle Beeren. Ein wirklich sehr tolles Nosing. Wir haben nach dem ersten Sip am Glas geschnuppert, bevor wir den Whisky heruntergeschluckt haben, da so oftmals weitere Aromen hervorscheinen – wie auch jetzt: Sahnebonbons, die uns sehr an Werther’s Original erinnern.

Geschmack

Wieder süß mit Vanille und auch Honig; dazu zeigen sich fruchtige Noten, besonders Kirschen.

Das Aroma wird mit Nelken ergänzt und wird später ein wenig würziger. Es kommt eine kleine Bitterkeit dazu, die aber gut ins Bild passt. Dunkle Schokolade sticht heraus, ebenso Holznoten.

Der Whisky ist ein klein wenig pikant, doch das klingt ab, sobald die Zartbitterschokolade übernimmt.

Nachklang

Der Nachklang beginnt mit einer feinen Würze und wärmt dann noch einmal so richtig auf. Auch hier schmecken wir weiterhin Vanille, die noch ein bisschen verweilt.

Eichennoten und Röstaromen kommen hervor und zum Schluss wieder Bitterkeit. Wieder einmal zeigt sich die dunkle Schokolade.

Zeit für einen Whisky - Balcones Pot Still Bourbon
Zeit für einen Whisky – Balcones Pot Still Bourbon

Kommentar

Ein echt guter, außergewöhnlich fruchtiger Bourbon! Man sollte nicht mit der Erwartung drangehen, einen „normalen“ Bourbon zu genießen – denn dieser Whisky ist kein klassischer Bourbon.

Uns gefällt er sehr gut, besonders in der Nase. Im Geschmack neigt der Whisky zum Schluss hin zur Bitterkeit – wie auch im Abgang –, aber das liegt noch im erträglichen Rahmen. Mit ein bisschen weniger Bitterkeit könnten es die vollen 5 Punkte sein!

Eigenschaft Wert
Herkunft USA Texas
Sorte Straight Bourbon (Pot Still)
Alter NAS
Volumenprozente
46 %
Abfüller Original
Fasstyp Neue, ausgebrannte Eiche (Vollreifung)
Whiskybase ID 173373
ohne Farbstoff
ohne Kühlfiltrierung
Frucht
Süße
Würze
Sherry / Wein
Rauch
Intensität
Komplexität
Fazit
Punkte
89 / 100
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Elsburn Distillery Edition 2020

Elsburn Distillery Edition 2020 German Single Malt Whisky

Elsburn Distillery Edition 2020 – eine tolle Sherrybombe

Allgemein

Wir probieren heute einen deutschen Single Malt aus dem Harz: den Elsburn Distillery Edition 2020. Eine Abfüllung, die klar in Richtung Sherry zielt – und das ohne Altersangabe, aber mit kräftigen 45,9 % vol.

Sherry Cask Matured

Der Beiname „Sherry Cask Matured“ kommt nicht von ungefähr: Auf dem Etikett steht „Matured in the best 1st Fill Sherry Casks from Jerez / Spain“. Die Fasszusammensetzung liest sich wie Musik für Sherry-Fans: 60 % Pedro Ximénez (Hogsheads), 30 % Palo Cortado (Hogsheads) und 10 % Oloroso. Palo Cortado ist selten auf Etiketten zu finden – ursprünglich als Amontillado gestartet, verliert der Wein seine Florschicht und reift anschließend oxidativ wie ein Oloroso.

Die Eckdaten

Abgefüllt im Jahr 2020, ungetorft, ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration. Mit 45,9 % vol bringt der Whisky genug Kraft mit, bleibt aber alltagstauglich. Wer naturbelassene Sherryfass-Whiskys mag, sollte die Ohren spitzen.

Fakten zum Whisky

  • Distillery / Marke: Elsburn (Hercynian Distilling Co.)
  • Region: Harz, Deutschland
  • Alter: NAS Jahre
  • Alkoholgehalt: 45,9 % vol
  • Fass / Finish: 1st Fill PX (60 %), Palo Cortado (30 %), Oloroso (10 %) Sherryfässer
  • Abfüllung / Batch: 2020, Batch 002, 2.794 Flaschen
  • Preisbereich: ca. 70 € (zur Veröffentlichung)
  • Besonderheiten: Non-chill filtered / Natural Colour
Limitierte Edition – schwer erhältlich!
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Optik

Dunkler Bernstein bis Waldhonig trifft es sehr gut – dicht und appetitlich. Im Glas legt sich ein gleichmäßiger, öliger Film an die Wand, der in langsamen Schlieren abläuft. Keine Trübungen, kein künstlicher Stich: natürliche Farbe, sauberes Glasbild, mittlere bis kräftige Viskosität. Das wirkt reifer, als es die fehlende Altersangabe vermuten lässt.

Nosing

Sherry, soweit die Nase reicht: Marzipan, Mandeln, Amaretto; dahinter Rosinen und dunkle Trockenfrüchte. Der Alkohol ist präsent, aber nicht störend – etwas Luft tut gut. Mit Zeit kommen florale Nuancen, Pfirsich, süße Zitrusnoten und zunehmend deutlicheres Karamell. Die Nase ist komplex und entwickelt sich stetig weiter.

Geschmack

Angenehmer Antritt, süß und fruchtig ohne zu kleben. Rosinen, süße Orangen, dunkle Beeren und Kirschen treffen auf Gewürze. Ein Hauch „Klebstoff“ im positiven Sinne (likörig, rund) fügt sich ein, dazu Marzipan und ein sehr gefälliges Mundgefühl. Mit Luft wird er trockener und strukturierter.

Nachklang

Langanhaltend und wärmend, dabei mild ohne Schärfe. Der Sherry legt sich breit in den Mundraum, Karamell und dunkle Früchte bleiben haften. Später kommen sanfte Nussigkeit und eine feine Trockenheit dazu, die Lust auf den nächsten Dram macht.

Kommentar

Gelungene, süffige Sherry-Abfüllung aus dem Harz, naturbelassen und stimmig komponiert. Süß, fruchtig, würzig – aber nie klebrig. Für rund 70 € ein faires Paket. Trotz fehlender Altersangabe? Ja, definitiv! Wir können diesen Whisky wärmstens empfehlen, den kann man unserer Meinung nach gerne blind kaufen.
Eine Sherrybombe, ohne aber zu forsch oder scharf zu sein.

Wir haben genug gequasselt, Zeit für den zweiten Dram!

Ergänzend: Ein paar Minuten Luft tun ihm gut, dann sortieren sich Sherry, dunkle Früchte und die feine Würze sauber ein. Wer mag, gibt ein bis zwei Tropfen Wasser dazu – das öffnet die Rosinen- und Pflaumennoten, ohne die Süffigkeit zu nehmen. Passt hervorragend zu Zartbitterschokolade oder gerösteten Nüssen. Für Sherry-Fans ein absoluter No-Brainer; hier bekommt man viel Aroma.

Eigenschaft Wert
Herkunft Deutschland Harz
Sorte Single Malt (German Single Malt Whisky)
Alter NAS Jahre
Abgefüllt 2020
Batch 002
Anzahl Flaschen 2794
Volumenprozente
45,9 %
Abfüller Original
Fasstyp 1st Fill PX (60 %), Palo Cortado (30 %), Oloroso (10 %)
Whiskybase ID 157946
ohne Farbstoff
ohne Kühlfiltrierung
Frucht
Süße
Würze
Sherry / Wein
Rauch
Intensität
Komplexität
Fazit
Punkte
89 / 100
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